Wie alles begann!

William Tommy Emmanuel kam am 31.5.1955 in Muswellbrook in New South Wales in Australien zur Welt. Er war das 4. von insgesamt 6 Kinder.Chris, Virgina, Phil, Darcy und Veronica sind die anderen Geschwister. Schon als kleiner Junge hörte Tommy durch seine Eltern viel Musik. Sei es, das er neben dem Kassettenrekorder lag, oder er die Antenne am Auto für seinen Vater einrichten musste. Auch die Waschmaschine hatte ihren eigenen Rhythmus. Nachdem Tommy tanzend zu swingen begann. Das war die Zeit als Tommy ca. 4 Jahre alt war und auch bewusst die Melodie von Arthur Smith, den „Guitar Boogie" in sich aufnahm. Da die ganze Familie sehr musikalisch ist, brachte Tommy’s Mutter Ihm die ersten Griffe auf der Gitarre bei. Tommy lernte schnell und bald schon, konnte er die Melodie des „Guitar Boogie" nachspielen. Mit 6 Jahren, war Tommy soweit, dass er schon öffentlich auftreten und spielen konnte. Phil und Tommy galten damals schon als Genie’s auf der Gitarre. ,, The Emmanuel Quartett’’ wurde als Familienband gegründet. Phil spielte die Lead Gitarre, Chris saß am Schlagzeug, Virginia spielte die Hawaiianische Steelgitarre und Tommy musste die Rhytmusgitarre spielen, da Phil der ältere war. Zu dieser Zeit, hörte Tommy viel von Grady Martin, der vorerst zu seinem Vorbild wurde. Als Familienband, zogen sie durch Australien und verdienten auf diese Weise den Unterhalt für die Familie. Tommy hörte das erste Mal von Chet Atkins 1962 im Radio. Da war er gerade erst 7 Jahre alt, dabei erkannte er die Qualität und das Feeling von Chet Atkins. Schallplatten von Chet Atkins waren zu dieser Zeit schwer zu finden in Australien, aber als Tommy 10 Jahre war, bekam er ,,The Best Of Chet Atkins’’ von einem Bekannten geschenkt.

Die Jugendjahre

Als Tommy 11 Jahre alt war, schrieb er einen Brief an sein Gitarren Idol (Vorbild), Chet Atkins. ,,Lieber Herr Atkins – Ich bin ein großer Fan und ich spiele auch Gitarre ’’. Ein paar Wochen danach als Tommy nach Hause kam, sagte seine Mutter zu ihm, das er seine Tasche abstellen sollte und in sein Zimmer gehen sollte, da gäbe es eine Überraschung die er auf seinem Bett finden werde. Ein braunes Paket das in Amerika aufgegeben wurde. Tommy’s Herz schlug heftig vor Aufregung und Neugier als er das Paket öffnete. Darin war ein Photo das von Chet Atkins signiert war und ein Brief, in dem geschrieben stand. „Lieber Tommy – Vielen Dank für Deinen freundlichen Brief – Ich wusste nicht, dass ich in Australien überhaupt bekannt bin. Ich bin erstaunt darüber. Mit besten Grüße an Deine Familie – Chet Atkins. "(Keiner von beiden hat zu diesem Zeitpunkt wissen können das sie auch gerne eine,, richtige ’’Familie gehabt hätten)."Als er das Album öffnete, sah er ein Bild auf dem er von der Spieltechnik einiges erkennen konnte. Er (Chet Atkins), spielte mit einem (Thumb Pick) Daumenplektrum und mit seinen anderen Finger gleichzeitig die anderen Saiten. Das war viel schwieriger, als nur auf den Bassseiten mit einem Plektrum zu spielen. Tommy hatte einiges zu tun, während die anderen Finger die Melodie spielten. Sein Eifer und Ehrgeiz waren dabei seine Antriebsquelle. Nach dem Tod seines Vaters 1966 kam die Jugendfürsorge und untersagte alle Auftritte der Kinderband und erklärte der Mutter, das die Kinder einen ständigen Wohnsitz bräuchten und zur Schule gehen müssten. Und das gerade als er den Brief von Chet Atkins empfangen hatte und ihn in Feuer und Flamme versetzte. Als Tommy 12 Jahre alt war, gab er nach der Schule Gitarrenunterricht und trug so wesentlich zum Familieneinkommen schon bei. Danach gründete Tommy die Band ,,The Trailblazers’’ und trat mit dieser an den Wochenenden auf. Jede freie Minute studierte er die Aufnahmen von Chet Atkins und wurde immer besser in seinem Eigenem Gitarrenspiel. Als er 17 war, spielte Tommy bei einem Freund im Wohnzimmer in Melbourne und dieser nahm Tommy mit einem Kassettenrecorder auf. Ohne Tommy’s Wissen, schickte er diese Aufnahme an Chet Atkins und der legendäre Gitarrist schrieb zurück.,, Tommy ist ein fantastischer Spieler. Ich bin beeindruckt von seiner Art zu spielen. Ich hoffe das, wenn er nach Amerika kommt, das wir uns treffen könnten’’.

Tommy wird erwachsen

In den frühen 70. Jahren spielte Tommy auch in der Band von seinem Bruder Phil ,,Goldrush’’ am Schlagzeug. 2 Jahre später 1974, Tommy musste nach Sydney als Studio Musiker zu seinen ersten Aufnahmen. Vom ersten Tag an, war er als Musiker ausgebucht und gefragt. In einem Telefoninterview erzählte er, das niemand so spielt wie er. Der Stil geprägt von Atkins und Merle Travis. Keiner machte soviel Energie beim spielen frei. Tommy studierte in der Zwischenzeit weiter das Spiel von Chet Atkins. Auch spielte er viele Lieder von seinem Vorbild, doch, es war Ihm einfach noch nicht gut genug. Und so stand er vor einem rätselhaften Geheimnis, wie Chet es machte, so gut zu spielen. Obwohl er übte und übte, gelang es Ihm nicht, so perfekt zu spielen. Eines Tages, hatte Tommy einen Traum, in dem er sah, wie Chet Atkins im Scheinwerferlicht mit seiner Gretsch Gitarre die Bühne betrat. Sich auf einen Hocker setzte, und zu spielen begann. In diesem Traum, sah Tommy genau auf die Hände von Chet. Wie er griff und wie er zupfte. Am nächsten Morgen, als Tommy aufwachte, griff er zu seiner Gitarre, und, konnte auf einmal genauso gut spielen. Das rätselhafte Geheimnis war mit einem Schlag gelöst.

Der Weg zum Ruhm

1978, nahm Tommy sein erstes Album auf. Ein Country Swing Album mit Pee Wee Clark und Freunden. „From Out To Nowhere" Es war zugleich die erste CD, die in Australien produziert wurde. Im selben Jahr, bekam Tommy von MCA einen Vertrag als Songwriter der Ihn des öfteren nach Los Angeles brachte, wo seine Songs mit Sheena Easton, Al Jarreau und Olivia Newton John, aufgenommen wurden. Aufnahmen und Konzerte mit australischen Pop Gruppen wie Air Supply, Dragon, folgten in den kommenden Jahren. Er spielte unter anderem mit Eric Clapton, Tina Turner, Stevie Wonder, Keith Urban und Sir Georg Martin um nur einige zu nennen. 1987 tourte er mit Tina Turner und der Band Dragon auf ihrer ’’ Braek Every Rule’’ Tour

Mentor Chet Atkins (20.6.1924-30.6.2001)

Es dauerte bis zum Jahr 1980, Tommy war inzwischen 25 Jahre alt, als er genügend Geld für eine Weltreise gespart hatte. Also fuhr er nach Nashville und checkte im Holyday Inn ein. Von dort, ruft er im Office Büro von Chet Atkins an. Er hatte nur diese Nummer und war aufgeregt, in Erwartung dessen, was danach folgen sollte. Chet lud Tommy zu sich ein und dort begannen sie zusammen mit einem weiteren Gitarristen, der mit derselben Technik beherrschte – Lenny Breau (1941 – 1984) zu spielen. Ein damals schon legendärer Fingerstyle Player, der sich in der Jazz Szene bewegte und auch von Chet Atkins gefördert wurde. Tommy und Chet spielten mehrere Stunden lang, immer wieder auf´s neue fingen Sie an, als Chet dann zu Tommy sagte: „Wenn man uns hören würde, könnte man nicht den Unterschied erkennen, wer hier der Schüler und der Meister ist. So gut spielst Du." Ein riesiges Kompliment für Tommy von seinem Vorbild seit den frühen `60ern. 1993, als Tommy sein Album „The Journey" vorbereitete, erinnerte er sich daran, wie er das erste mal mit Chet gespielt hatte, und rief diesen an, ob er nicht auch bei den Aufnahmen mitmachen wolle. Tommy reiste nach Nashville, und nahm mit Chet „Villa Anita" auf. Im darauffolgenden Jahr, gab Columbia Records zwei Alben in Auftrag, die unter „Initiation" und „Classical Gas" erschienen sind. 1997 nahm Tommy mit seinem Vorbild Chet Atkins das Album ,,The Day Finger Picker Took Over the World’’ im Home Studio von Chet auf.  Zwei Titeln waren Chet Atkins gewidmet. „Mr. Guitar" und „Smokey Montain Lallaby". Eine Homage an Chet, die an einem Studiotag aufgenommen wurde. Kurz nach den Aufnahmen, wurde bei Chet ein Gehirntumor diagnostiziert. „Du bist ohne Zweifel, einer der Besten Gitarristen auf dieser Welt", schrieb Chet in einem Brief an Tommy, und unterstützte Ihn bei seinen kommenden Projekten. In vielen Gesprächen, lernten sich Tommy und Chet immer näher und inniger kennen, und stellten viele Gemeinsamkeiten aus Ihrem Leben fest. 1998, bekam Tommy mit „The Day Finger Picker Took Over The World", auch seinen Ersten Grammy 1998 verliehen. Chet Atkins meinte einmal, er hätte sich nie vorstellen können, das man so schnell auf einer Gitarre spielen kann und 1999 verlieh er ihm den ’’Certified Guitare Player „ (CGP) für seine lebenslangen Bemühungen in der Kunst des ’’Fingerstyle Guitar playing’’. Eine Auszeichnung die zu dieser Zeit nur zwei Künstler inne hatten. Der Höhepunkt war aber im Jahr 2000 bei den Olympischen Spiele in Sydney, wo er mit seinem Bruder Phil, zum Abschluss vor einem Milliarden Publikum spielen durfte. 2001, als Mitte Juni Chet Atkins schon schwer gezeichnet von seiner Krankheit von Tommy besucht wurde, der 77 – jährige, war in der Zwischenzeit an den Rollstuhl angewiesen, legte Tommy sanft und nachdenklich seine Hand an die Wange von Chet, und sagte zu Ihm, „wie sehr er Ihn liebte, wie sehr er Ihn bräuchte, und, das er, solange er lebt, Ihn immer ehren würde". Chet nahm Tommy`s Hand und sprach von wahrer Zuneigung.    Nachdem Tommy gegangen war, erhielt er einen Anruf von der Krankenschwester, die Ihm von Schreikrämpfen erzählte, als er gegangen war. Es war das letzte Mal, das Sich Tommy und Chet gesehen haben. 30. Juni 2001 Tommy war in Cardiff/ Wales als Chet Atkins gestorben ist. Er war im Begriff auf die Bühne zu gehen, als in seiner Umkleidekabine sein Telefon läutete. Er ahnte was dieser Anruf bringen würde, dementsprechend angespannt nahm er die Nachricht vom Tod seines Mentors auf. Obwohl Ihm zum schreien war, brachte er kein Wort heraus. Er ging dann nach einiger Zeit auf die Bühne, hielt eine kurze Ansprache zu Ehren Chet Atkins. „Ein Gigant ist gefallen", mit diesen Worten beendete er seine Ansprache, und spielte sich seinen Schmerz von der Seele, indem er mit „Mr. Guitar" den Reigen von Chet Atkins Liedern eröffnete. Als Tommy danach zurück nach London fuhr, hörte er sich das Album „ The Day Finger …" immer wieder an, bis Ihm die Tränen herunter rannen. „Ich hatte nie so einen Vater, Chet wäre der Vater gewesen, den ich nie hatte, und ich wäre der Sohn gewesen den Chet nie hatte".  Zitat Tommy Emmanuel

2006 sollte mit dem Album „Mistery" „Gameshow Rag/Cannoball Rag" die zweite Grammy Auszeichnung folgen. Auf vielen Konzerte spielt Tommy den Song ,, I Still Can’t Say Goodbye’’ das ihm Chet zu Lebzeiten vererbt hat. Nun hat er auch seit 2005 ganz Europa und in vielen neuen Ländern mit seinem Gitarren Spiel Freunde und Fans gewonnen.Tommy überzeugt überall mit seinen Fähigkeiten und Spielwitz seine Fans und es werden immer mehr. Ein perfekter Entertainer der es versteht, Fans und Kritiker zu Überzeugen.

© Verfasst und frei übersetzt von Maria und Heinzl